Den inneren Kritiker besänftigen

Weiter geht es mit dem Kurs zur Selbstliebe.

Mir fällt sowohl im Alltag als auch in meiner Beratungspraxis immer wieder auf, wie negativ und kritisch Menschen über andere denken und sprechen.

Und wenn ich genau zuhören, auch über sich.

Grundsätzlich ist gegen Kritik nichts zu sagen. Sie kann uns neue Richtungen aufzeigen, uns helfen, uns und unser Verhalten zu reflektieren.

Ist Kritik liebevoll, konstruktiv und respektvoll geäussert, kann sie ein Geschenk für uns sein.

Doch oft bekommen wir aus unserem Umfeld Kritik geäussert, die negativ, teil sogar vernichtend oder herablassend oder gar kränkend ist.

Wir reagieren darauf, je nachdem wie wir sozialisiert wurden.

Wir sind robust oder empfindlich gegenüber Kritik, so wie wir in unserer Familie oder schulischem Umfeld sie empfangen haben oder es uns vorgelebt wurde.

Oft beobachte ich in meinen Seminaren als auch Coachings, dass Personen sich schwer tun, Kritik zu empfangen. Sie reagieren schnell mit Rechtfertigung oder gar einem Gegenangriff. Sie nehme sie schnell persönlich (nochmals, dies hängt natürlich auch immer damit zusammen, wie sie geäussert wurde, vgl. hierzu auch die Gewaltfreie Kommunikation und das konstruktive Feedback geben).

Was mir dabei auffällt, dass diese Personen sich oft auch selbst sehr stark kritisieren.

Sie sind sehr kritisch mit sich selbst, benutzen schnell herabsetzende Formulierungen sich selbst gegenüber.

Konfrontiere ich sie damit, bekomme ich häufig zu Antwort: «Das habe ich so gar nicht gemeint, das ist mir jetzt halt so rausgerutscht.»

Hier bin ich anderer Meinung: Das was wir denken, sagen wir auch. Daher ist Achtsamkeit und Bewusstheit (s. auch vorangegangenes Kapitel Selbstwahrnehmung schulen) im eigenen Umgang mit sich selbst so wichtig.

Je kritischer ich mit mir bin, desto weniger Selbstliebe besitze ich.

Desto weniger Mitgefühl kann ich anderen Gegenüber zeigen. Desto weniger Mitgefühl kann ich mir selbst gegenüber aufbringen.

Ich selbst trug jahrzehntelang tiefsitzende Glaubenssätze in mir. Einer davon ist der Glaube, alles perfekt machen zu müssen, ein anderer, mir erst dann etwas selbst zu gönnen, wenn ich hart dafür gearbeitet habe.

Heute verstehe ich, wie sie entstanden sind (meine eigene Familiengeschichte aber auch gesellschaftliche Prägungen).

Als ich begann, mir mehr Selbstliebe zu schenken, konnte ich üben, liebevoller mit mir selbst umzugehen. Mir zu verzeihen, wenn ich mal etwas nicht richtig, gut oder gar «perfekt» machte. Und mir immer mehr auch etwas zu gönnen, obwohl ich nichts dafür getan habe (ich spreche hier nicht primär von materiellen Belohnungen, vielmehr, mir auch persönliche Auszeiten zu gönnen, nicht immer zu arbeiten, mir mehr Freude und Spass im Leben zu gönnen ohne schlechtes Gewissen).

Und, ganz wichtig: Wenn mein innerer Kritiker immer wieder dazwischenfunkt, habe ich mittlerweile einen liebevollen Umgang mit ihm gefunden. Ich nehme seinen Aussagen sanft dem Wind aus den Segeln.

Dabei musste ich lernen, das richtige Mass zu finden: Ihn zu ignorieren oder auf der anderen Seite in einen harten Konflikt mit ihm zu gehen, macht ihn nur stärker und er meldet sich noch vehementer.

Ich gehe heute spielerischer mit ihm um (ohne ihn zu veräppeln, das macht ihn nur noch stärker und Widerspenstiger) und trete Selbstbewusst und Bestimmt auf und lasse ihn ins liebevoll ins Leere laufen.

Dabei ist wichtig: Endlose Diskussion machen ihn stärker, er wird immer ein Argument finden und ist geübter als wir (da wir ihm in der Regel schon Jahrzehnte unbewusst zugehört haben).

ÜBUNG

Wenn Du schlecht über Dich denkst (und Deinem inneren Kritiker viel Raum gibst) reflektiere folgende Fragen für Dich und notiere Deine Antworten schriftlich:

  • Warum sollte ich schlecht über mich denken?
  • Was möchte ich damit erreichen?
  • Glaube ich, dass ich ein Fehler bin?

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