UNRUHIGER GEIST: DIE EIGENEN MUSTER ERKENNEN

Weiter geht es mit dem Yoga Sutra, einer Grundlagenschrift des Yoga, welche die Funktionsweise unseres Geistes in einer unvergleichlichen Präzision schildert. In Kapitel 1, Vers 4 heisst es:

Vrttisarupyam itarata

Eine Übersetzung könnte zum Beispiel lauten: Das erkennende Bewusstsein nimmt die Form der unruhigen und kreisenden Geistesbewegung an (als Gegenteil des Zustandes des Yoga, wie in I.2 und 3 beschrieben, vgl.  hierzu Lektion 3).

Sehr oft sind wir eben nicht mit der Stille und dem erkennenden Bewusstsein verbunden – denn sehr oft beschäftigen wir uns mit Gedanken und Gefühlen, die scheinbar nicht zur Ruhe kommen wollen.  Denn unsere oft unbewussten Muster («vrttis») und Gewohnheiten führen zu ebendiesen Gedanken und Handlungen, die uns nicht guttun.

Wenn wir uns dafür öffnen, schwierige Situationen, Enttäuschungen oder Konflikte wertneutral anzuschauen und daraus auch ableiten können, was unser Anteil daran ist, können wir uns weiterentwickeln und uns nach und nach auch von diesen Mustern und Prägungen lösen, die dazu  (regelmässig) führen.

Beispielsweise können wir bei einer Enttäuschung lernen, welche unrealistischen, übersteigerten Erwartungen wir an die Situation oder an uns oder andere stellen. So durchschauen wir unbewusste Muster und sehen unseren eigenen Anteil klarer (z.B. die Erwartung, dass alles perfekt sein muss oder dass mich alle gern haben müssen, etc).

ÜBUNG

  1. Reflektiere eine Situation aus der Vergangenheit, wie Dich Deine unbewussten Muster schon mal getäuscht haben, wie Du Dich immer mehr verstrickt hast und wie es zu einer Enttäuschung, Krise, Verletzung oder einem Konflikt gekommen ist.
  2. Schildere kurz die Situation und reflektiere Deine eigenen Anteile dan.
  3. In einem nächsten Schritt überlege Dir mögliche Veränderungsmöglichkeiten durch eine neue Betrachtungsweise oder Einstellung.
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